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Deutsches Forschungsschiff landet in der Verwertung

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Geo Prospector in Terneuzen

Bei dem belgischen Altmetallverwertungsbetrieb Gallo Recycling in Gent wird derzeit ein Stück deutsche Schifffahrtsgeschichte zerlegt, denn die britische Fugro Marine Services hat sich nach über 18 Jahren Einsatz von dem Vermessungs- und Forschungsschiff “Geo Prospector “ getrennt. Nach einem letztem Einsatz in der Nordsee für den norwegischen Ölkonzerns Statoil zur Pipelinekontrolle zwischen Norwegen und Festlandseuropa traf das 72 Meter lange seismologische Forschungsschiff bereits im Juni in der belgischen Hafenstadt ein. Bei diesem Schiff handelt es sich um das ehemalige deutsche Forschungsschiff “Prospekta”, das 1970 unter der Baunummer 1143 auf der Elmshorner Werft D.W. Kremer & Sohn gebaut wurde. Seinerzeit war es das erste in Deutschland gebaute Spezialschiff, das ausschließlich für Aufgaben der industriellen Geophysik vorgesehen war. Betrieben wurde es über 25 Jahre durch die bundeseigene Prakla-Seismos in Hannover, die Bereederung erfolgte von der DG „Neptun“ in Bremen, wobei der Einsatz auf die weltweite Exploration von Lagerstätten ausgerichtet war. An Bord wurden seinerzeit schon Computer für Navigations-Systeme, Doppler-Sonar, EM-Logs, kuppelbar mit Atomuhr und DECCA eingesetzt. Durchgeführt wurde Messungen der Reflektions-Seismik, der Gravimetrie und der Magnetik.
Nach einem Verkauf im Jahr 1995 verkehrte das Forschungsschiff zunächst als „Stevns Calypso“ und wurde dann im Jahr 1997 von Fugro als „Geo Prospector“ übernommen. Betrieben wurde das Schiff dann weltweit unter Panama-Flagge von Fugro Survey Limited of Aberdeen, UK .
Aufgrund der positiven Erfahrungen entstand dann als technische Weiterentwicklung des Forschungsschiffes "Prospekta" drei Jahre später das unwesentlich größere Schwesterschiff „Explora" auf der Elsflether Werft unter der Baunummer 383, die mit seismischen Messungen bis zu 10 Kilometer unter dem Meeresboden nach Öl- und Gaslagerstätten forschen konnte. Das 72,60 Meter lange Schiff verkehrt bereits seit 1989 als „OGS Explora“ für das italienische Ozeanographische und Geophysikalische Institut in Triest und hat in den vergangen Jahren im Rahmen von Chartereinsätzen, unter anderem auch für die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover, für die Übernahme von Forschungseinrichtungen schon mehrfach Kurs auf Bremerhaven genommen.
Der belgische Verwertungsbetrieb, der zuvor unter dem Namen van Heyghen Recycling firmierte, in Gent-Zeehaven gehört zu einem der größten europäischen Verwerter von Altmetall und auch Altschiffen. So werden dort jährlich um die 40 Schiffe unterschiedlicher Größe fachgerecht abwrackt. Der Standort von Gallo, direkt am Gent-Kanal gelegen, ist erst kürzlich in die europäische Liste von zugelassenen Abwrackwerften aufgenommen worden.

Neben der Verwertung von mehreren ehemaligen französischen Kriegsschiffen im Laufe des Jahres wird dort aktuell auch noch das ehemalige Hurtigruten-Schiff „Hakon Jarl“ abgewrackt. Das Passagierschiff mit Platz für 600 Passagiere und 4 PKW, die mit Hilfe des bordeigenen Ladekrans auf dem Vorderdeck verstaut wurden, wurde im Jahr 1952 von der Aalborg Verft A/S, Dänemark in Dänemark abgeliefert. Wie die damaligen Schwesterschiffe „Nordlys“ und „Polarlys“ kam es bis 1982 auf der Küstenfahrt der Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes zum Einsatz. Nach Ablieferung der neuen „Narvik“ im Jahr 1982 wurde die „Hakon Jarl“ mehrfach verkauft und gelangt nach einer Station in der norwegischen Hauptstadt Oslo im Jahr 1991 nach Antwerpen. Dort erhielt das Schiff einen kompletten weißen Anstrich und einen großen Aufbau am Heck und wurde dort viele Jahre als Hotelschiff unter dem Namen „Christian V“ eingesetzt.

Hakon Jarl 2 29.4.2013 Terneuzen C.Eckardt

Hakon Jarl in der Abwrackwerft in Terneuzen

Autor: Christian Eckardt, VEUS e.V.

Kommentare   

# Deutsches Forschungsschiff landet in der VerwertungWolfgang Diehl 2015-09-29 11:30
In Ihrem o.g. Beitrag zeigen sie das Foto des Schwesterschiffes 'SV EXPLORA', jetzt 'OGS EXPLORA'
Fotos der 'alten' PROSPEKTA können Sie der Website prakla-seismos-report.de entnehmen.

Mit freundlichem Gruß
Wolfgang Diehl
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