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Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten

Schiff der Woche: MS FRISIA III

FRISIA_III

Mit „Blauem Engel“ zu den Inseln am Horizont

Neues Flaggschiff der Reederei heißt FRISIA III

AG Reederei Norden-Frisia taufte ihre neue Inselfähre auf den Namen MS FRISIA III.
Das aufgrund des wachsenden Bedarfs an Transportkapazität im Norddeich-Norderney-Verkehr in Auftrag gegebene Fährschiff wurde in Anlehnung an die ebenfalls von der Cassens-Werft vor 13 Jahren abgelieferte "Frisia IV" gebaut - die Konstruktion weicht aufgrund der aktuellen Vorschriften zum Teil erheblich von der des Schwesterschiffes ab. Rein äußerlich fallen zum Beispiel der um etwa 3,5 m längere Rumpf, ein rundes Unterwasserschiff, die um ein Zwischendeck erhöhte Brücke oder auch die neuartigen Rettungsmittel auf.
Wie auch die anderen Schiffe wurde die FRISIA III als Doppelendfähre konzipiert und gebaut, welches in beide Richtungen fahren kann und somit vor den Anlegern nicht mehr wenden muss. Nach einer Bauzeit von nur 11 Monaten wurde die FRISIA III am 28. Juli auf Norderney getauft.
Auf nahezu 75 Metern Gesamtlänge und 13,40 Metern Breite kann die FRISIA III 60 PKW und bis 1.340 Personen befördern.
Das Schiff wurde mit einem diesel-elektrischen Antrieb ausgerüstet. Zum Einsatz kamen vier Gensets mit jeweils vier Mitsubishi-Dieselmotoren vom Typ S6R2-T2-MPTK. Die zur Verfügung stehende Antriebsleistung beträgt pro Elektroaggregat 700 kVA (560 kWel) und wird auf vier Vo-ith Schneider Propeller, Typ 16KG/100, übertragen.
Mit dem VSP-Antrieb können Fahrtschub und Steuerkräfte in jeder Richtung stufenlos von Null bis zum Maximalwert ohne Wirkungsgradeinbußen erzeugt werden. Das Schiff kann also „auf dem Teller“ drehen und hat zudem keine bevorzugte Fahrtrichtung. Die schräg angeordneten Propeller der VSP auf dem Neubau haben fünf Flügel mit einem Kreisdurchmesser von 1.60 Metern. Mit dieser VSP-Anordnung ragen die Flügelspitzen nicht unter den Kiel hinaus und ein mögliches Trockenfallen der Fähre führt zu keinen Schäden an den Propellern.
Um dem eigenen Anspruch eines nachhaltigen Umwelt-schutzes und dem Einsatz im Weltnaturerbe Wattenmeer Rechnung zu tragen, wurde das Fahrgastschiff mit mo-dernster Technik zur Emissionsminderung ausgestattet.
Durch eine Abgasnachbehandlungsanlage und Rußparti-kelfilter gelingt es, die Emissionen von Abgasen um bis zu 90% und vom Feinstaub um bis zu 99% zu reduzieren. In Kombination mit dem verwendeten quasi schwefelfreien Schiffsdiesel werden nahezu gleiche Emissionswerte wie bei einem gasbetriebenen Schiff erreicht.
Das Thema Energieeffizienz und Ressourcenschonung im Schiffsbetrieb wurde größter Stellenwert eingeräumt: unter anderem durch den Einsatz eines Kombinatorbetriebes bei den Antriebseinheiten zur Brennstoffreduzierung, Restwärmenutzung bei den Antriebsanlagen oder dem konsequenten Einsatz von LED-Beleuchtung. Schließlich erfüllt der Neubau, vergleichbar der "Frisia VIII", die als erstes deutsches Seeschiff den "Blauen Engel für umweltfreundliches Schiffsdesign" erhielt, ebenfalls die für den Erhalt des Umweltzeichens geltenden Kriterien.

Autor: PPM News Service

(Week 33.)

Typ / Type: Doppelend-Fähre
Verdraengung / Displacement: 590 NRZ
Laenge / Length: 74,30 m
Breite / Width: 13,40 m
Tiefgang / Draught: 1,80 m
Antrieb / Drive: 4 x Mitsubishi Gensets S6R2-T2-MPTK
Leistung/Drehzahl / Power/RPM: 4 x 700 kVA
Propulsion / Propulsion: 4 x Voith Schneider Propeller 16KG/100
Geschwindigkeit / Speed: 12 kn
Klassifikation / Classification: DNV GL
Passagiere / Passengers: 1.340
Autos / Cars: 60
Zu finden in: Schiff der Woche
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